Mail in der Cloud

Bisher hab ich von Cloud-Anwendungen ja relativ wenig gehalten – vor allem in Hinsicht auf Nützlichkeit und  Datensicherheit.  – Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: ich bin auch heute/jetzt noch dagegen, dass Unternehmen ihre ureigensten Daten einer Cloud, bzw. einem fremden Netzwerk zur Verfügung stellen. Nur was man im eigenen Haus und auf eigenen Sicherungsbändern/-platten hat, das kann man auch (mehr oder weniger) kontrollieren. Auf fremden Servern…..

Aber genug von meiner generellen Einstellung. Zwischenzeitlich gibt es Gründe, die es notwendig machen, meine vereins- und privaten Mailaccounts über Webmail benutzen zu müssen. Nicht zuletzt aufgrund einer entsprechenden E-Mail-Richtlinie meines Arbeitgebers – und ich als IT-Leiter kann hier schlecht die große Ausnahme vom Rest der User sein. Naja, kann schon – würde auch keiner merken, klar – aber ich wollts ja wenigstens versucht haben 😉

Dabei sind allerdings verschiedene Mailaccounts im Spiel. Ich würde die eingehenden Mails jeweils gern lesen und auch über verschiedene Konten versenden. Also immer drei Browsertabs für unterschiedliche Webmailer auf zu haben kann nicht die Lösung sein. Was liegt also näher, als einen Mailclient in einer Cloud, einem Web-Desktop oder einem Web-OS zu betreiben, wo man gemütlich mit dem Browser drauf zugreifen kann und ansonsten so arbeitet, als sässe man direkt an einem richtigen Mailclient.

Klingt gut? Ist es auch.
Nunja. Wäre es auch.
Denn die Realität sieht leider anders aus.

Nach einger Suche fand ich zwei Systeme, die offensichtlich „genial“ sein sollten. Beides sind sogenannte Web-Desktops oder auch Webtops genannt. Hier meldet man sich über den Browser an und findet sich auf einer Art virtuellen Desktop, bzw. einem virtuellen System im Web wieder.

Erster Wermutstropfen: Bei beiden kein HTTPS – also keine Verschlüsselung der Datenübertragung.
Halloooo? Warum denn das nicht? Was soll das?

Anmeldeprozedur bei beiden relativ schnell, bei iCloud hing das Sytem zwar mal kurz, aber man ist ja Kummer gewohnt.

iCloud – sieht klasse aus, aber ich wollte nur E-Mail. Nun kann das System lediglich IMAP. Kein Pop3-Abruf. Das merkte ich zwar erst nach Anmeldung und einigen Tests, aber selbst das IMAP-Postfach (GMX) hing wie doof und die Funktionen waren grottenschlecht. Mail versenden, selbst über den automatisch eingerichteten icloud-Account ging überhaupt nicht (Server-Error) und auch Mails vom IMAP-Account lesen ging nicht. Doch, die Header waren da, aber die Inhalte kamen nicht. Löschen ging nicht und überhaupt nervte mich das Ganze nach etwa 25 Minuten dermaßen, dass ich es vergessen wollte.
Schade. Toller Ansatz. Aber ich konnte es definitiv nicht benutzen. So what?

eyeOS – macht ebenfalls einen guten Eindruck, sieht nicht ganz so toll aus wie icloud, aber …. es geht alles viel schneller. Dummerweise auch das „Merken“, dass das Ding ebenfalls im E-Mail-Bereich nix taugt. Eingerichtet wars schnell, auch hier kamen die Headerzeilen an, aber keine Inhalte. Nix Nada.
Dafür kann das Teil IMAP und Pop3 Abruf. Nutzt halt nur nix, so ist es nicht zu benutzen. Hängenbleiber bei der Config, plötzlich drei leere Mailaccounts (warum auch immer) und nach ebenfalls rund 20 Minuten ….. tschüss dann.

 

Ich bin also echt enttäuscht. Hat gut geklungen, auch von Testberichten her konnte man nicht erkennen, dass das so ein miserables Verhalten an den Tag legt. Arbeiten kann man damit jedenfalls nicht. Über Spielerei scheint das nicht hinauszugehen.

Ich werde weiter gucken – denn ich will meine Mails im Web lesen …. einen Thunderbird im Web, das wärs.
Vielleicht dann doch einen eigenen Webserver aufsetzen, das wäre ja kein Thema. Aber ich wollts doch nur einfach haben….  *schluck*

 

————

Update 10.01.2011

Noch ein Test-Nachtrag:  OOS.CC – Online Operating System von iCUBE Network Solutions

Macht auf Anhieb einen perfekten Eindruck. Nur leider…. Irgendwie wird das wohl nicht mehr so richtig betreut oder unterstützt. In der Hilfe liest man, dass man andere Mailaccounts über den Menuepunkt „Extras“ im Mailprogramm hinzufügen kann. Nur leider…. das gibts nicht.

Und ein Test mit Mailversand klappte zunächst, eine Antwort kam jedoch nicht an sondern wurde mit Fehlermeldung beantwortet. Und dieses Problem scheint genereller Natur seit November letzten Jahres zu sein wie man im Forum nachlesen kann.

Schade. Das wärs gewesen. Mit HTTPS (das Einzige bisher, das https anbietet) …..

*seufz*

 

Update 31.01.2011

Ich  versuche mal, mich als Beta-Tester von semYOU registrieren zu lassen.  Der Beschreibung nach ist es genau das was ich suche! Ich habe Hoffnung 😉

Falls das mit dem Betatest klappt, gibts einen neuen Blogeintrag zu semYOU.

Update 09.03.2011

semYOU ist nun offiziell online…..  nur noch keine Mail-App, die folgt. Sind wir mal gespannt.

 

 

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Ein Gedanke zu “Mail in der Cloud

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