kleiner Ausflug in die Politik…

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Nein, ich bin nicht politisch aktiv.  Zumindest war ich es bisher nicht. Okay, ich habe schon Beschwerdebriefe an Bundestagsabgeordnete geschrieben wenn sie völligen Mist geredet haben, der mich auch persönlich (obwohl sie ja nur einen kleinen Teil der Bevölkerung meinten) betroffen hat. So z.B. bei der Änderung der Fahrzeugbesteuerung und der fehlerhaften Umsetzung einer EU-Richtlinie. Betroffen war ich, da ich früher 178 Euro Steuer fürs Buschtaxi bezahlt habe, nach der Steueränderung jedoch rund 1.300 Euro bezahle. MdB Frau Anette Kramme aus unserem Wahlkreis fand das gerecht. Ich nicht. Nach wie vor nicht. Denn nach wie vor ist die EU-Richtlinie die dazu geführt hat, nicht korrekt umgesetzt. Aber das interessiert ja keinen. Randgruppe eben.

Aber ich habe nie darüber nachgedacht, eine Partei zu unterstützen. Wie auch? Es gab bisher noch nie eine Partei in diesem Land, mit deren Zielen ich mich identifizieren konnte.  Ich bin eben eine Randgruppe. Passe nicht wirklich in dieses System. Ich habe bestimmte Vorstellungen vom Leben, vom Miteinander von Mensch und Tier und von der Sache, die man persönliche Freiheit nennt. Ich hasse es, eingeengt zu werden damit irgendwelche fetten Schlipsträger ihren Reichtum erweitern können. Ich hasse es, wenn mit meinen Steuergeldern umgegangen wird, als hätte ich sie nicht mühsam verdienen müssen. Und ich hasse Ungerechtigkeit in jeglicher Form. Und davon gibt es in diesem Land jede Menge.

Und das hat letztendlich auch dazu geführt, dass ich mich auf Seiten der Gegner der Internetzensur wiedergefunden habe. Nicht nur wegen diesem Freiheits- und Ungerechtigkeitssinn, sondern auch weil ich die technischen Gegebenheiten kenne. Ich bin SysAdmin, Netzwerker, IT-Verantwortlicher. Ich weiß wie das alles funktioniert – und dass Zensursula keinen Plan von dem hat, von dem sie da redet. Und ich dachte mir die letzte Zeit immer mehr, dass das alles Absicht ist. Es ging gar nicht um die KiPo-Sachen – nur nach aussen, weil es werbe- medien- und bevölkerungsschichtenwirksam war. Es ging und geht einzig und allein um die Einführung einer Zensur-Infrastruktur. Klar, dass ich mich dem öffentlichen Protest anschliessen musste. Ich konnte nicht anders. Und tue es nach wie vor – wohlgemerkt.

Aber jetzt ist etwas passiert, das mich nachdenklich gemacht hat. Die Wahlen stehen vor der Tür und ich bin mir sicher, mit keiner der etablierten Parteien etwas anfangen zu können. Ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen, haben sie zuviel Mist gebaut. Zuviel gelogen und zuviel Fachleute ignoriert. In vielerlei Hinsicht.

Doch plötzlich ist da eine Partei, mit der ich mich identifizieren kann. Deren Parteiprogramm (zwar auch nicht zu 100%, aber doch zu einem Großteil) auch  meinem „Ding“ entspricht. Und ich überlege das erstemal in meinem Leben ernsthaft, eine politische Partei zu unterstützen, evtl. sogar dort einzutreten.
HUCH!

Okay, das Parteiprogramm ist nicht sonderlich breit gefächert. Es ist klein aber fein würde ich dazu sagen. Natürlich gehört mehr dazu, große Politik zu machen. Aber diesen Anspruch erhebt diese Partei derzeit gar nicht. Man beschränkt sich auf Inhalte, die man kennt, bei denen man mitreden kann, von denen man etwas versteht. Welche große Partei versteht denn wirklich etwas von ihren Programmen? Ist es da nicht besser, sich auf kleine Bereiche zu konzentrieren, bei denen man wirklich Ahnung hat? Ist das eine Basis für eine kleine Partei, in den Bundestag einzuziehen? Oder muss man zu jedem politischen Thema sofort etwas zu sagen haben? Kann man sich auch einarbeiten, wenn es dann soweit ist? Oder muss man immer im Voraus alles wissen? Kann man das überhaupt? Eher nicht. Aber reicht das?

Ich bin also hin und hergerissen.

Deshalb dieser Blog. Wer meine Stimme bekommt, das dürfte klar sein. Aber sollte ich mehr tun? Kann ich es verantworten, nichts weiter zu tun? Was werden meine Töchter in ein paar Jahren sagen? So oder so. Dabei oder nicht. Unsere Kinder sind die Zukunft auf diesem Planeten. Nicht wir.
Wer hat doch gleich noch diesen schönen Satz geprägt:
„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt so ist wie sie ist, aber es wäre deine Schuld wenn sie so bleibt.“

Passt.

Und nun? Klarmachen zum ändern? Denke schon.

Der ORF mit einem Artikel über den Wahlkampf in Deutschland und über die Chancen der Piratenpartei.
„Piraten? Aber doch nicht in Deutschland, dieser Staat gewordenen Antipode zu aller politischen Spaßkultur….“

Wahlfisch – Blog bei Stern.de von Sebastian Christ.

Der Wahlwerbespot der Piratenpartei – sehr gelungen wie ich finde.

auch gesehen beim Mutantenstadl und bei Lothar – aber sowas gehört einfach überall gebloggt 😉

Klarmachen zum ändern – die Wahlkampfseiten der Piraten

Inzwischen rechne ich dieser Partei tatsächlich Chancen aus.

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Ein Gedanke zu “kleiner Ausflug in die Politik…

  1. lotharf 31. August 2009 / 12:27

    Was dabei heraus kommt, wenn Politiker sich anmassen, von allem und jedem was zu verstehen, das erleben wir ja leider ständig. Ich habe mir über das Programm der Piraten auch meine Gedanken gemacht; eben auch darüber, dass es zu vielen sehr wichtigen Bereichen überhaupt keine Aussagen gibt. Aber inzwischen glaube ich, dass die es genau richtig machen! Sie beschränken sich auf die Themen, von denen sie etwas verstehen. Und sie sagen auch folgendes ganz eindeutig: wenn es eine andere Partei geben sollte, die alle ihre Forderungen übernimmt, dann werden sie auch mit jener zusammen arbeiten. Also auch ein völlig neuer Politik-Ansatz nach dem Motto: ihr habt auf diesem Gebiet Kompetenz, also kümmert ihr auch darum; wir haben auf diesem Gebiet Kompetenz, also kümmern wir uns darum. Das könnte sogar zu wesentlich besseren Ergebnissen führen als derzeit.
    Und wenn du derzeit mit dir selber im Unklaren bist, ob du selbst etwas tun solltest oder nicht? Dann gibt es in solchen Situationen nur einen vernünftigen Rat: tu was! Denn bleibt dir nämlich erspart, dass du dir später mal selber vorwirfst, du hättest die Möglichkeit gehabt, aber nichts getan.

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