„Tauss, das war schon reichlich blöd“

„Job weg, Reputation weg – Tauss, das war schon reichlich blöd“ – sagt der 55jährige Jörg Tauss heute über sich selbst. Die Einsicht kommt vielleicht etwas spät, aber andererseits kann ich durchaus seine Beweggründe nachvollziehen, die ihn dazu gebracht haben, in der KiPo-Szene selbst zu recherchieren. Jedenfalls wenn man seinen Ausführungen dazu Glauben schenkt-> siehe Video:

Nachdem ich einiges über und von ihm gelesen habe und auch einige Videobeiträge und Interviews gesehen habe, gehe ich für mich davon aus, dass der Mann die Wahrheit sagt, dass er selbst kein Pädophiler ist sondern tatsächlich nur – aufgrund seiner Tätigkeit im Bundestag – die Fakten um die KiPo-Szene selbst recherchieren wollte. Er wollte sich nicht auf die Aussagen sogenannter Experten verlassen sondern wissen, was Sache ist. Ehrenwert? Oder eben doch „reichlich blöd“?

Nun, man kann davon ausgehen, er weiß es nun. Aber was nutzt ihm das jetzt? Sein letzer Auftritt bei der Fraktionssitzung brachte ihm keinen Erfolg. Er wird in der SPD nicht mehr ernst genommen. Aus einem Artikel bei BILD-Online kann man erahnen wie die Reaktionen wirklich waren.

Dabei argumentiert dieser Mann als einziger mit stichhaltigem Wissen gegen die Internet-Zensurpläne der Laienministerin. Und das schon länger. Im Februar gab er bereits das nachfolgend verlinkte Interview. Das war vor den Ermittlungen gegen ihn. Die begannen erst im März.

Jetzt könnte man sich natürlich die Frage stellen, was wäre, wenn gegen Tauss nicht ermittelt würde. Würde man ihn heute ernst nehmen? Wäre es überhaupt so weit gekommen, wenn er noch Einfluss in seiner Partei oder im Bundestag hätte?

Hätte wäre wenn. Nutzt nichts. Aber interessant ist es schon. Der einzige ernsthafte Gegner der Internetsperren ist sozusagen ausgeschaltet.

Dennoch trägt er bislang weiterhin dazu bei, die Zensursula-Diskussion in Gang zu halten, wie ich auch schon im vorigen Beitrag geschrieben habe. Aber nutzt es noch etwas? Wir können es nur hoffen.
Zensursula verhindern – Appell an die Vernunft der SPD-Bundestagsfraktion

Keine Sorge, dies hier wird jetzt kein politisches Blog, aber das sind Gedanken, die ich einfach mal loswerden musste. Die Thematik um die Internet-Zensurabsichten sehe ich als äußerst wichtig für die Zukunft unserer Medien- und Meinungsfreiheit. Wir müssen nicht nur an die Umwelt und die Natur denken, die wir unseren Kindern hinterlassen, sondern auch an die freiheitlich demokratischen Strukturen unserer Gesellschaft.

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