Ausweitung der Internetsperren im Gespräch

Nun wollte ich ja lieber mal wieder über „richtige“ Computerthemen bloggen, aber nachdem ich gerade über diese Meldung gestolpert bin, kann ich mal wieder nicht anders:

05.05.09: Kinderpornos: SPD will Zugangssperren ausweiten

Nachdem also zunächst die Aussage von „Zensursula“, dass die Daten der Stoppseite nicht ausgewertet werden, sich als klare Falschaussage herausstellte, ist es nun also soweit, dass öffentlich zugegeben wird, über weitere Sperrmaßnahmen nachzudenken – nennen wir es ruhig Zensur. Damit wird die Online-Petition gegen das Zensurgesetz immer wichtiger und damit wird auch klar, dass wir alle von Anfang an verarscht wurden. Mag Frau von der Leyen als Familienministerin zu Anfang vielleicht tatsächlich das Ziel gehabt haben, etwas gegen Kinderpornographie im Internet unternehmen zu wollen, so entwickelt sich das Ganze mehr und mehr zu einer Farce.

Wir aufgeklärten Internetbenutzer wissen inzwischen alle, dass man mit Zensur keine Kinder schützen kann. Nun ist es an der Zeit, auch diejenigen darüber aufzuklären, die dies noch nicht begriffen haben, die immer noch der Meinung sind, mit dieser Art von Zensur könne man ernsthaft etwas gegen die Verbreitung und Vermarktung von Kinderpornografie vorgehen. Nein, kann man nicht! So nicht!

Natürlich wollen wir unsere Kinder schützen. Natürlich wollen wir die Verbreitung und Vermarktung von dem Mist stoppen und die Täter dingfest machen. Aber so geht das nunmal nicht. Was wir wirklich brauchen, ist ein zielgerichtetes Vorgehen gegen Server- und Seitenbetreiber, gegen diejenigen, die sowas kaufen und kaufen wollen. Internetfahnder der Polizei müssen undercover in die Szene eingeschleust werden, in die Verteilerringe und in die entsprechenden Bereiche des Internet, wo diese Fotos und Videos tatsächlich verkauft und getauscht werden. Und dies sind bekanntermaßen nicht die üblichen www-Seiten, bei denen man mit einer lächerlichen DNS-Sperrliste versucht, sie mit einem roten Stoppschild zuzudecken, damit sie keiner mehr sehen soll.

Inzwischen haben aber auch die Medien bemerkt, dass die beabsichtigten Sperren zu einer reinen Zensurmaßnahme der Informationsfreiheit führen.

Thema des Tages bei Politik.de – Die Online-Petition

Die Süddeutsche Zeitung schreibt ebenfalls über die Online-Petition

Die Netzeitung.de zum Thema

—-

Politiker-Stopp.de - So können wir die Netzausdrucker vor dem Internet schützen ;-)
Politiker-Stopp.de - So können wir die Internetausdrucker vor dem Netz schützen. (Logo anklicken um die Stoppseite zu sehen)

Auch schön – www.Politiker-Stopp.de – über „Internetausdrucker“:
Zitat: Immer wieder befassen sich Politiker mit dem Internet, ohne wirklich etwas davon zu verstehen. Heraus kommen Gesetze, bei denen Netzbürger nicht wissen, ob sie lachen oder weinen sollen….

Politiker-Stopp - Diese Seite ist geschützt vor Internet-Ausdruckern.

(Geht leider bei WordPress.com nicht… schaaaaade… )

Mir gefällt die Idee, die dahintersteckt. Schützen wir die Internetausdrucker vor dem, was sie ohnehin nicht verstehen. Und genauso witzig ist, dass man natürlich trotz dieser Drucksperre einen Ausdruck der Seite über eine Bildschirmkopie bekommt – und somit den vermeintlichen Schutz aushebeln kann – ebenso wirkungslos also, wie die geplanten Internetsperren von „Zensursula“. Beinahe genial 😀

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