Newbie am PC / Internet – (Teil 2)

Eigentlich ist das eher Teil 1 – weil der eigentliche Teil 1 ja thematisch in den DAU-Bereich abgedriftet ist 😉

Worum gehts hier?
Wer heutzutage als Neuling einen PC kauft, bzw. einen Internetanschluss bekommt, wird von der Flut an Informationen, welche Programme und Schutzvorkehrungen er benutzen soll, beinahe erschlagen.

Ich habe das neulich erst wieder mitbekommen, als ein Freund von mir seinen Internetzugang einrichten wollten – WLAN – funktionierte nicht – also war ich am dransten. Inzwischen klappts. Klar.

Da war also ein Windows-PC – mit XP immerhin – und dazu gabs dann
– CD mit T-Online-Software
– CD mit Norton Sicherheitssoftware (natürlich  30-Tage Testversion)
sowie noch ein paar andere – unrelevante CD’s.

Natürlich war  alles davon installiert, was zum Teil auch zu dem Problem führte, daß die T-Online-Software mit dem eigenen WLAN-Access-Point-Finder dem eigentlichen Netzwerktreiber ins Gehege kam – von der abgelaufenen 30-Tage Norton-Version ganz zu schweigen, wo man auch nicht mehr wusste, ob die noch was tut oder nicht. Die Windows-Firewall war jedenfalls deaktiviert – und die von Norton abgelaufen….

Eine tatsächliche Netzwerkanalyse war erst nach Deinstallation von dem ganzen Zeug der Software machbar.

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Das führt uns zu der Frage:
„Was brauche ich überhaupt, um ins Internet zu kommen und was brauche ich, um meinen Rechner so gut es geht, abzusichern?“

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Heute geht ja fast alles über DSL. Wer noch einen langsamen ISDN- oder gar analogen Zugang hat – also eine Wählverbindung – der braucht noch ein paar andere Dinge, auf die ich in diesem Artikel jedoch  nicht eingehe. Hier geht es um den Internetzugang per DSL, bzw. Standleitung oder Direktanbindung.

1. Netzwerk / Internetzugang

In der Regel hat man einen DSL-Router, der einem den Zugang zum Internet bereitstellt. Der PC (oder Laptop) wird per Netzwerkkabel  oder per WLAN „angeschlossen“. Hat man WLAN, so sollte dieses natürlich auch entsprechend abgesichert sein. Früher war das standardmässig nicht der Fall, da wurden die Router ganz ohne Verschlüsselung oder Kennworte ausgeliefert. Heute ist man immerhin schon so weit, daß die meisten (z.B. von der Firma mit dem rosafarbenen T) bereits mit individuellem Kennwort und Verschlüsselungseinstellungen ausgeliefert werden. Diese Infos findet man auf einem Aufkleber auf dem DSL-Router oder im Handbuch dazu. Nichtsdestotrotz macht es natürlich Sinn, diese vorgegebenen Kennworte, bzw. Pre-Shared-Keys neu zu vergeben.
Die sichere WLAN-Konfiguration würde allerdings den Rahmen dieses Beitrags sprengen, deshalb sei nur der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen, daß eine WPA2-AES-Verschlüsselung mit langem kompliziertem Passwort derzeit als das Maß aller Dinge – und als sicher – gilt.

2. Einwahlprogramme der Provider

Um es klar zu sagen – ein Einwahlprogramm oder eine spezielle Benutzeroberfläche, die von manchen Providern wie T-Online oder AOL mitgeliefert wird, muss nicht installiert werden, um ins Internet zu kommen. Man kann – aber man muss nicht. Ein Browser wie der Firefox, Opera oder sogar der InternetExplorer genügen vollkommen. Die Zugangsdaten, beispielsweise zu T-Online, können im Router eingetragen werden und müssen nicht in der  T-Online Software erfasst werden. Der Vorteil davon ist weiterhin, daß jeder PC im Netz (sofern man mehrere hat) den Internetzugang benutzen kann, da der Router die Verbindung aufbaut und nicht der PC, was z.B.  mit der T-Online-Software der Fall wäre.

3. Sicherheitssoftware

Die mitgelieferten Produkte sind in der Regel nur Testversionen und begrenzt lauffähig, es sei denn man hat ein Sicherheitspaket käuflich erworben. In diesem Fall spricht natürlich nichts dagegen, dieses auch zu installieren und zu benutzen. Hat man aber nichts dergleichen gekauft, sollte man die Testversionen auch nicht installieren, da sie immer wieder Ärger machen, wenn man sie später dann doch nicht mehr haben will, bzw. wenn die Testphase abgelaufen ist.  Es sei denn,  man will diese Programme früher oder später ohnehin kaufen. Es gibt jedoch auch genügend freie und kostenlose Software, die den Home-Anforderungen völlig  genügt.

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Soviel zum Grundsätzlichen. Jetzt stellt sich die Frage: Welche Programme brauche ich tatsächlich?

1. Internetbrowser

Der InternetExplorer (IE) von Microsoft ist auf allen Windows-Systemen bereits vorhanden. Regelmässige Sicherheitsupdates sind hier Pflicht. Mit einigen Erweiterungen kann man den IE auch durchaus relativ sicher betreiben, jedoch ist die Konfiguration für einen Neueinsteiger doch recht kompliziert, da man an mehr Stellen Hand anlegen muss, als bei anderen Browsern (z.B. Active X – welches grundsätzlich abgeschaltet gehört). Die meisten Exploits, die Sicherheitslücken ausnutzen, beziehen sich überdies auf den IE.

Nicht nur deshalb geht meine Empfehlung hier zu alternativer Software. Zu nennen wären insbesondere der Firefox und Opera. Während Opera auch gleich einen integrierten E-Mail-Client mitbringt, der allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, was das Handling angeht, ist der Firefox genau wie der IE ein reiner Webbrowser. Bei beiden ist jedoch ebenfalls darauf zu achten, daß sie immer auf dem aktuellsten Stand sind. Updates sollten also immer installiert werden. Beide Programme, der Opera wie auch der Firefox, bringen hierzu eine integrierte automatische Update-Funktion mit, womit die Sache deutlich einfacher ist, als die oftmals problematischen Updates von MS bezüglich der Systeme oder eben auch des IE.

2. E-Mailclient

Auch hier liefert Microsoft ein Programm mit dem Betriebssystem aus. Outlook Express ist ein vollwertiger Mailclient, der jedoch –  wie eigentlich alle Programme von Microsoft – immer auf dem neuesten Patch-Stand gehalten werden muss.
Wer hingegen Opera einsetzt, hat den Mailclient gleich dabei. Hier ist ein zusätzliches Programm nicht notwendig.
Als ideale Ergänzung zum Firefox gilt das Mailprogramm Thunderbird – und genau diese Kombination trägt meine persönliche Empfehlung.

3. Sicherheitssoftware

Ein Virenscanner und eine Desktop-Firewall sind Grundvoraussetzungen für einen PC der am Internet angebunden ist. Hier kann man natürlich auf Kaufprogramme zurückgreifen, jedoch gibt es gerade für den Home-Bereich auch eine große Auswahl an kostenlosen und durchaus guten Programmen. Zu nennen wären hier u.a. Free-AntiVir von Avira oder der Avast Virenscanner. Eine interessante Übersicht findet sich beispielsweise bei der TU Berlin.
Als Desktop- oder Personal-Firewall bieten sich die kostenlosen Programme Zonealarm, Ashampoo oder Comodo an, wobei ich gerade bei Neueinsteigern zur Ashampoo-Firewall raten würde, da diese sehr einfach einzurichten und zu betreiben ist. Comodo ist nach meinem Empfinden eher für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

4. Optionale Sicherheitskomponenten

Zur Verbesserung vor Bedrohungen im und aus dem Internet  gibt es noch viele zusätzliche Programme und Tools. Allerdings sollte man diese auch nicht unbedingt zwingend einsetzen sondern je nach Wissensstand  einsetzen. Was nutzt die beste Sicherheitssoftware, wenn man keine Ahnung davon hat und letztendlich jede Meldung doch wieder nur bestätigt, was z.B. bei Desktop-Firewalls durchaus zu Löchern im System führen kann.

Als Add-On für den Firefox empfehle ich generell den Einsatz von  „NoScript“. Hiermit kann man zunächst sämtliche Scripting-Funktionen von Webseiten abgeschaltet lassen – und nur zuschalten, wenn man diesen Seiten explizit vertraut. Ist man unsicher, kann man die Scriptingfunktionen auch nur temporär, also nur für diesen einen Besuch auf der Seite, einschalten.  Ein besseres Tool was die Sicherheit von JavaScript angeht, gibt es nicht.
Aber auch hier gilt: Wer schädliche JavaScripts erlaubt, ist natürlich selbs schuld!

Ein weiteres empfehlenswertes Add-On ist Adblock Plus, mit dem man unerwünschte Werbung auf Webseiten abschalten kann – bzw. gar nicht erst zuschaltet.

WOT – Web of Trust – stuft aufgrund Userbewertungen die Internetseiten in Klassen ein – und warnt somit vor „bösen“ Seiten. Ebenfalls sehr zu empfehlen.

Schliesslich sollte Keyscrambler noch erwähnt werden, der Eingaben über die Tastatur „verschlüsselt“, so daß Keylogger, wie sie in manchen Trojanern vorhanden sind, die Tastatureingaben nicht mitlesen können.

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Das sollte für den Anfang auf jeden Fall reichen.

Halt.

Nicht ganz!

Eines fehlt noch!

Grundwissen!

Ich kann nur jedem Einsteiger empfehlen, sich Grundwissen anzueignen. Grundwissen über das Internet, über die verschiedenen Bedrohungen und über die Programme, die er selbst benutzt und einsetzt. Man kann sich sowas durchaus selbst aneignen, anlesen. Aber man kann sich auch Rat bei Freunden und Bekannten holen, die sich auskennen und die einem die ersten Schritte im Netz erleichtern. Hat man erstmal die Grundlagen des Internets verstanden und kann man erstmal Google bedienen, weiß man dann, daß man nicht alles was im Internet so veröffentlicht wird, für bare Münze nehmen darf – dann kommt der Rest an Informationen fast von alleine.

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